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IZB-Soft IZB-Soft gegen Bayerische Landesbank: Fisch frißt Fisch, na und?
INSIDER IZB-Soft von Sethos

13:27 Mittwoch, 16. Juli 2003

Meine Lieblingsklatschbase ist frisch aus dem Urlaub zurück & hängt bei mir im Schreibtischwinkel, statt zu arbeiten; es gibt ja so viele schöne Schauergeschichten, mit deren Kenntnis man im Sommer 2003 angeben kann. Manches ist ziemlich kalter Kaffee ("Nicht mal bei Axel Springer buchen sie jetzt noch genug Anzeigen!!"), aber paar Stories sind schon ganz hübsch. Zum Beispiel eine, die ihm irgendein Kunde oder Kumpel (das geht da eh ziemlich durcheinander) aus der Münchener St-Martin-Straße erzählt hat...
Also, da gibt es eine Firma, die nennt sich IZB-Soft, die macht Software für Sparkassen, wie man ihrer Homepage unschwer ansieht. Für bayerische Sparkassen, wohlgemerkt, denn die Pfründe sind da säuberlich aufgeteilt. IZB-Soft macht Onlinebanking-Interfaces, die die meisten bayerischen Sparkassen für ihre Internet-Projekte hergenommen & einfach eingeklinkt haben. Sogar die verschnarchte Kreissparkasse, bei der mein Brötchengeber bankt, macht da mit. Todsichere Sache. Nun ist das Sparkassen-Wesen im Großen und Ganzen und Allgemeinen auf eine unglaublich komplexe Weise organisiert, mit Zuständigkeiten, die sich irgendwie teilweise noch auf die ehemalige deutsche Kleinstaaterei und ihre Duodezfürstentümer zurückleiten, habe ich zumindest so den Eindruck, wenn ich dieser Klatschbase zuhöre, oder auch dem alten Studiengenossen, der EDV-Fuzzie bei irgendeiner oberbayerischen Kleinstadtsparkasse geworden ist. Zumindest stammt die ganze Idee vom Anfang des 19. Jahrhunderts, bestätigt mir letzterer. Da gab's in seinem Kaff wohl noch Grafen oder sowas.

Da sich nun die IZB-Soft so im allgemeinen halbstaatlichen Sparkassentreiben mit ihrem hübschen Online-Interface ganz gut machte, da kamen auch andere auf die Idee, so etwas zu versuchen, andere, die einfach mit so viel Geld nach dem Thema geworfen haben, bis es sich erledigte. So etwa die IT-Abteilung der Bayerischen Landesbank, ebenfalls halbstaatlich und Mitglied im selben für Nicht-Sparkassler unentwirrbaren Geklüngel. Die haben also in den letzten vier Jahren paar Millionen investiert, um sich auch so ein Interface zu basteln, das sie den bayerischen Sparkassen andrehen wollten. Dabei hatten sie trotz des Investitionsvolumen echt Mühe, an IZB-Soft-Niveau heranzukommen, meinte meine Klatschbase, dessen Informant allerding eindeutig auf deren Seite zu stehen scheint. Der oberbayerische Fuzzie hielt später dagegen, die interne Organisation der IZB-Soft sei nachgerade byzantinisch in ihrer Komplexität der Dienstwege; so toll sei das alles auch nicht, ich soll nicht alles glauben, was die Klatschbase sagt. Ich halte mich daraus; mich tangiert das ohnehin nur etwa so sehr wie eine Wasserstandsmeldung vom Nil. Ich bin hier nur zwengs der Schadenfreude dabei.-

Auf jeden Fall, außer in ein Online-Interface investierte die Bayerische Landesbank noch in paar andere Sachen, und verspielt nicht nur paar Millionen, sondern Milliarden - im Klartext: Kirch. Wegen der Milliarden, die Kirch gekostet hat, muß man dort neuerdings brutal sparen und paar MA loswerden - offiziell soll es wohl geheißen haben, zehn Prozent, aber meine Klatschbase redet von inoffiziellen 15%. Und ein paar unwesentliche Geschäftsbereiche muß man auch zusammenlegen, Synergeieffekte nutzen, und dieses ganze Zeug, bla bla bla. Zum Beispiel wäre es ja ganz gut, wenn man die IT-Abteilung der Landesbank mit ihrem Interface für Online-Banking irgendwie mit IZB-Soft zusammenlegen könnte, die ja irgendwo auch zu dem selben Klüngel gehören, auch wenn sie beide das gleiche in einer Beinahe-Konkurrenzsituation machen. Die Frage war nun, wer frißt wen. Es gibt immer einen größeren Fisch, und der größere Fisch ist anscheinend, so haben die Oberen beschlossen, die das ganze Duodez-Durcheinander irgendwie unter sich haben, wohl IZB-Soft. So wird also die arme IT-Abteilung der Bayerischen Landesbank erstmal um inoffizielle 15% verkürzt, und dann werden sie bei IZB-Soft eingemergt und müssen sich genau den Leuten unterordnen, denen sie noch gerade vergeblich das Wasser abgraben wollten & die sich eh über sie lustig machen, weil sie es nicht geschafft hätten, für paar Millionen innerhalb von vier Jahren ein funktionierendes Interface fürs Online-Banking bei den bayerischen Sparkassen hinzubasteln...





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Re: IZB-Soft gegen Bayerische Landesbank: Fisch frißt Fisch, na und? (medvech)
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