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Süddeutscher Verlag Süddeutscher Verlach: Echt nicht alle Tassen im Schrank!
INSIDER Süddeutscher Verlag von Peter_H

19:44 Sonntag, 08. Juni 2003

So mancher hat sich wohl schon gefragt, wie es in der Allgäuer Spätzle-Soap weiterging. Nun, heute war mal wieder lästerhafte Post in meiner Box. Wenn auch wohl leider zum letzten Mal, denn es wird zwar hoffentlich nicht per Kanonenschlag meinen Mailbriefkasten, aber die Bude dort nun bald zerreißen:
Der „geballte Schwachsinn“ entwickelt sich inzwischen zum galoppierenden Rinderwahnsinn. Bei den Sekretärinnen wurde weiter gemetzelt, das bereits aus der letzten Folge bekannte Elektronik-Journal musste seine letzte Sekretärin von einst deren drei nun bereits zum zweiten Mal abgeben – diesmal direkt in die Arbeitslosigkeit. Bei den Redakteuren war man dagegen selbst zum Kündigen zu blöd: Einem der ohnehin schon Abgesägten wurde in jenen Tagen auch noch sein Briefkasten von spielenden Kindern mit einem Kanonenschlag gesprengt, und das einige Tage, bevor ihm der Personalleiter höchstpersönlich die Kündigung einwerfen wollte. Klingeln brachte den dann auch nicht weiter, denn der Redakteur selbst war gerade auf Dienstreise und folglich nicht zuhause, was während der Arbeitszeit ohnehin unwahrscheinlich gewesen wäre. Böses Foul: Der Personaler wusste ohne funktionsfähigen Briefkasten nicht mehr weiter, nahm den blauen Brief zerknirscht wieder mit und veranlasste stattdessen eine fristlose Kündigung wegen mutwilliger Vereitelung der Zustellung der regulären Kündigung. Ja wo kommen wir denn da hin, wenn man zur Entgegennahme des Pink Slip nicht „danke“ sagt und den Überbringer auf eine Tasse Kaffee hereinbittet, so geht das ja nun wirklich nicht, kulturloses Pack das!

Doch inzwischen hat es beim „verlach modernde industrie“ auch anderswo gekracht. So ließ man den Chefredakteur des Blattes „Automobilproduktion“ in seinem schicken, golden lackierten Automobil mit Karacho gegen die Wand rauschen. Man gab sich nicht mal die Mühe, etwas von „einvernehmlich“ zu erzählen. Das Rundschreiben sah stattdessen so aus:

----------------------------------------------------------------------------------------------

Der erfolgreiche und damit profitable Fortbestand der Automedien vom
verlag moderne industrie erfordert neben der Entwicklung neuer Medien auch
die Stabilisierung der Basisprodukte allen voran Automobil-Produktion und
Automobil-Entwicklung. Ziel ist es, über eine neue Ausrichtung in der
Redaktion die Kontinuität der Marktführerschaft der mi-Automedien zu
sichern.

Hinsichtlich der Details der Neuorientierung und der Umsetzung der
zukünftigen Strategie der Redaktion konnte zwischen Unternehmens- bzw.
Verlagsleitung und Chefredaktion leider kein hinreichend tragfähiger
Konsens erzielt werden. Aus diesem Grund trennt sich der verlag moderne
industrie von xxxxx, Chefredakteur Automobil-Produktion.

Dessen ungeachtet wollen wir an dieser Stelle die über Jahre erfolgreiche
Arbeit von Herrn xxxxx würdigen, die er für den Verlag und
insbesondere für die Automobil-Titel geleistet hat.

Dennoch – neue Herausforderungen erfordern neue Wege: Die Verlagsleitung
wird in Kürze eine Interimsregelung definieren um die Redaktion in der
Ausübung ihrer Aufgaben zu unterstützen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------

"Dessen"..."Dennoch"...ja was denn nun? Offensichtlich kann man sich nicht so recht einigen, ob man Herrn xxxxx nun würdigen oder verdammen soll. Liest sich wie eine schlechte New-Economy-Pressemeldung. Und einen neuen Chefredakteur gibt das Budget nun nicht mehr her, muss es halt die paar restlichen Wochen auch ohne gehen.

Mit einem dumpfen Knall gleich komplett zerrissen hat es dagegen das Blatt „Chemie-Produktion“, als man es im Reagenzglas mit der Heidelberger Chemietechnik verrühren wollte. Und mittlerweile haben die EssFau-Aktionäre trotz eigentlich zufriedenstellender Rendite genug von den schwachsinnigen Aktionen im schönen Landsberg: Die komplette Schließung der MI-Fachzeitschriften, intern in echtem Kittchenjargon „UBIII“ genannt, wohl wegen der legendären Formschönheit der Verlagsgebäude, ist bereits beschlossene Sache, nur der Betriebsrat als chronischer Spielverderber mault noch etwas rum.

Und bevor mich jetzt noch einer der Beleidigung bezichtigt wegen dem „nicht mehr alle Tassen im Schrank“: Das ist eine beweisbare Tatsache, denn die Tassen landen in dem Laden regelmäßig im Mülleimer statt in der Spülmaschine. Dafür scheinen die Jungs und Mädels in Landsberg allerdings noch so einiges auf der Pfanne und außerdem einen gutgefüllten Kühlschrank zu haben. Aber lest selbst, was für comedyreife Rundschreiben dort immer wieder kursieren:

---------------------------------------------------------------------------------------------

Guten Morgen,

seit einigen Tagen stand benutztes, dreckiges Geschirr in der Küche und
wartete wie immer darauf, gnädigerweise in die Spülmaschine gestellt zu
werden. Um etwas Ordnung zu schaffen, habe ich das Geschirr entsorgen
lassen. Herr Müller hat Ihnen vor einiger Zeit diesen Schritt ja bereits
angekündigt.

Ebenfalls befindet sich seit mehreren Tagen bei den Postkörbchen eine in
Plastik eingewickelte alte, dreckige Pfanne. Mir fehlen die Worte, um
diese Handlungsweise zu dokumentieren. Ich bitte diejenige Person, die die
Pfanne entweder hier benutzt hat oder vielleicht auch noch von zu Hause
mitgebracht hat, diese sofort zu entfernen bzw. zu entsorgen. Hierzu eine
Information:

Der Müllcontainer befindet sich auf dem Parkplatz der Ohmstraße neben den
vier weißen Garagen. Es handelt sich dabei um das orange Behältnis. Dort
entsorgen Sie bitte Ihren Müll und nicht im Obergeschoss bei der
Poststelle!

---------------------------------------------------------------------------------------------

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
"der heilige Geist" (wer sonst?) hat heute Abend auf einem Tablett 7
Sektgläser in der Küche abgestellt und erwartet, dass sie "ein guter
Geist" abspült/in den Geschirrspüler stellt? Sie sind von Herrn Müller
informiert, dass Geschirr, das einfach abgestellt wird, in den Abfall
wandert. Morgen, nach Dienstschluss 16.00 Uhr, werde ich das tun.
Sorry, aber anders geht's anscheinend nicht -
ansonsten steht's zu Diensten
xx xxxxxx

--------------------------------------------------------------------------------------------

Benützer des linken Kühlschranks im 1.OG

Auch wenn's wieder niemand ist, ein paar müssen's doch sein, denn dieser
Kühlschrank ist voll. Teilweise schließt deshalb die Türe nicht. Denken
Sie also bitte - auch Monate - zurück, ob Sie nicht doch mal etwas
deponiert haben.

Wenn der Kühlschrank am Dienstag nicht aussortiert und geputzt
ist, werden Frau xxxxx und ich alles entsorgen - wir werden dabei weder
auf den Verfalltermin noch auf Alkohol achten!

Auch das tun wir wieder mal zum Wohle aller - wenn auch diesmal mit
Handschuhen! Wir wollen nicht auch noch Ungeziefer in der Küche haben und
werden dafür sorgen, dass nur noch ein Kühlschrank für die Verlagsleitung
zur Verfügung steht.

Wenn Sie der Meinung sind, dass wir übertreiben, dann überzeugen Sie sich
selbst.

MfG
xx xxxxxx

--------------------------------------------------------------------------------------------

Na da fragt man sich doch: kommt jetzt bald der Konkursverwalter, der Liquidator, der Klapsdoktor oder doch nur der Kammerjäger?

Mahlzeit!!

Quelle: insider




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Re: Süddeutscher Verlach: Echt nicht alle Tassen im Schrank! (ENOTTY)
Re: Süddeutscher Verlach: Echt nicht alle Tassen im Schrank! (DonAlphonso)
Re: Süddeutscher Verlach: Echt nicht alle Tassen im Schrank! (held-der-arbeit)
Re: Süddeutscher Verlach: Echt nicht alle Tassen im Schrank! (hualp)




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