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11:48 Dienstag, 01. April 2003
Als ich gestern die "Surf'n Turf-Restaurant-Empfehlung" beim Final der Havanna Lounge dahertippselte, fielen mir meinere früheren Besuche dort ein. Das Surf'n Turf gibt es zweimal in Frankfurt: Im Grüneburgweg, direkt in der Nähe der Gontard und Metallbank (Amen!) und anderer, ehemaliger und künftiger Kandidaten bei DCT.
Und im Schickimicki-Westenend, in der Feuerbachstrasse. Für meinen Geschmack ist die Filiale im Grüneburgweg zu vernachlässigen, das Original residiert in der Feuerbachstrasse und ist nun Gegenstand der weiteren Ausführungen.
Der Outsider sollte wissen, dass das Frankfurter Westend mit Zig-Banken direkt an die ejaculation area (Bahnhofsviertel) grenzt und dieser Umstand für ein einmaliges Flair im Surf'n Turf sorgt. Hier treffen sich neben den hohen Tieren aus Finanzwirtschaft, Beratungsbranche und Beteiligungsgesellschaften auch die Oberluden der ejaculation area mit ihren Paradepferdchen. Der Erstbesucher wird sich verwundert die Augen reiben, denn hier sieht er neben brioni-verzierten (alt)ehrwürdigen Vertreten aus new und old economy auch jenes: Scarefaces, dekoriert mit fetter Goldrolex und mindestens 500 Gramm schweren Goldketten, die sich sanft in die üppige Brustbehaarung zwischen aufgeknöpften Armanihemden unter Lederjacken schmiegen. Daneben die erfolgreichsten Miezen der Woche mit derart kurzen Röckchen, dass der Ober sich beim Eintreten versichert, ob sie auch ja ein Höschen tragen. (Man ist ja 'ne feine Adresse!) Im Surf'n Turf sitzen die Vertreter der maroden economy einerseits und der stets profitabel arbeitenden horizontal industry bunt durcheinander, bei den Schlipsträgern ist der Tisch meistens mit einem Schild dekoriert, auf dem Firma, Name und Funktion des Einladenden in grossen Lettern zu lesen ist. Solch ein individuelles Schild ist echt klasse, denn es hat neben der protzigen Aussenwirkung den Effekt, dass man sich sehr gut an Gespräche am Nebentisch erinnern kann: So speisten hier vor längerer Zeit einmal der IT-Vorstand der Gontard und Metallbank, ein Bereichsleiter des debis Systemhauses und die Geschäftsführung der HFBC (HF Bankconsult) , um die Gontard und Metallbank mit IT und Beratungsleistung zu beglücken. Hatte ja auch geklappt, nur dieses Projekt fraß grosse Stücke aus dem Eigenkapitalkuchen der Bank, die letztes Jahr in letzter Konsequenz den Inso machte und debis gibt es auch nicht mehr, weil T-Systems sich an dem Merge unbedingt den Magen verderben musste. Blieb beim Reflektieren alter Erinnerungen nur noch die Frage offen, was ist mit HFBC los. (Das HF steht für Holger Follmann, soviel ich weiss...) Hoppala! Die alte URL wird automatisch umgeleitet. Thales mit 5.000 Mitarbeitern weltweit und die Trümmer von HFBC mit nicht mal 15 Festangestellten sind durch einen Zusammenschluss neu formiert im Jahr 2002 und arbeiten eng mit den Finance-Einheiten der Thales IS in ganz Europa zusammen. Aha! Zusammenschluss, Abschuss, ganz Schluss! Muss unbedingt mal wieder ins Surf'n Turf... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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