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11:51 Dienstag, 18. März 2003
Da fragt man weshalb Arbeitsamt und BfA über mangelnde Gelder jammern, während Zertifikatsmühlen wie L4 das Geld ungeprüft in den Schlund gesteckt bekommen.
Alles was sich irgendwie verkaufen läßt ist dabei. Von "Grundlagen des Internet" -eine Woche Pflichtsurfen und Betrachten der eher schlecht gestalteten Dozentenhomepage - bis hin zur Hochsprachenprogrammierung unter Java - was in einem kläglichen Sechswochenkompaktkurs "Java2/JEE/XML/PHP/MySQL/Grundlagen der OOP/OOA" mündete.
Da stört es auch nicht, dass die meisten Dozenten Spezialisten von eigenen Gnaden sind. Vom Diplomkaufmann, mit eher Fortgeschrittenenkenntnisse der PHP-Programmierung, über einem Industriekaufmann der sich als Linux, Perl und MySQL-Spezialist verkaufte, jedoch bei Problemen mit der Struktur eines 32bit Betriebssystems versagte. Ganz zu schweigen von der Unkenntnis, wie eine CPU oder RAM aufgebaut ist, bis hin zu einem Absolventen eines Asienwissenschaften-Studienganges, der sein Informatikstudium vor Jahren geschmissen hatte und nun als Java-Spezialist sein didaktisches Unwesen treibt. Dieses Panoptikum mündete in einem Oracle Dozenten, dessen Unterrichtsmethode aus dem Verlesen der Oracle Produktpräsentation bestand. Macht nichts, Hauptsache es steht was auf dem Zeugnis. Da kann man von Glück sagen, dass wenigstens zwei Dozenten mit akademischem Grad dabei sind, die sich um PHP und C/C++ kümmern. Denen kann man es nicht verdenken, dass es nicht zu schaffen ist, den Lehrstoff von 6 Monaten in zwei Wochen zu pferchen. TCP/IP, XML, Windows2000 Server, Mail-Server und SSL werden kurzerhand in achtzehn Tage gepfropft - wer will schon damit was zu tun haben - und drei Wochen LINUX werden gekürzt, um dem Selbstbeweihräucherungsbedarf des Industriekaufmannes zeitlichen Raum zu schaffen. Nach einem Jahr wird allen Teilnehmern per Zertifikat und Zeugnis bescheinigt, dass sie das Vierjahrespensum eines Informatikstudiums innerhalb von nur neun Monaten mit durchschnittlich gutem Abschluß absolviert haben. Wozu gibt es da eigentlich noch Master und Bachelor Studiengänge ? Entweder hat es L4 selbst gemerkt, oder der Geldhahn wurde zugedreht, denn eine Vermittlungsquote von unter 15% ist Aussage genug und kann nicht mit der Marktsituation begründet werden. Nun konzentriert man sich auf die Privatkunden, die ihre Grafikerausbildung aus der eigenen Tasche begleichen. Die Programmierabsolventen wurden jedenfalls mit dem Gefühl, nichts zu wissen auf den Arbeitsmarkt entlassen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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